Zwischen Frankfurt und Mainhattan

Zwischen Frankfurt und Mainhattan

Lesung am 21. Oktober 2018, 15 Uhr in der Gaststätte „Zur Insel“
Schmickstraße 16, 60314 Frankfurt/Osthafen (http://www.osthafen-zur-insel.de)

Es ist über 20 Jahre her, dass ich meine erste Lesung eigener Texte unter diesem Titel veranstaltet habe. Mehrere folgten. Seitdem sind natürlich viele Texte und auch Chansons dazugekommen. Zeit, sie mal wieder vorzutragen.

Bei dem Thema dachte ich zunächst an den Kontrast zwischen dem alten Frankfurt und der Stadt der Skyline, dachte auch an den Unterschied zwischen dem Menschentyp der gemütlichen Frankfurter und dem der geschäftigen Banker. Irgendwie bringt Frankfurt sie alle unter einen Hut, besonders beim Ebbelwei.


Altes Gehöft in Frankfurt-Bornheim


Frankfurter Banken, gespiegelt

Nun ist mir aber noch ein anderer Aspekt des Themas aufgefallen: Das Zwischenreich zwischen Frankfurt und Mainhattan. So ein Zwischenreich habe ich nämlich vor Kurzem entdeckt und habe es lieben gelernt. Es ist der Frankfurter Osthafen. Weder die alten noch die neuen Frankfurter nehmen ihn so richtig wahr. Er ist wie ein riesiger Brustkasten, in dem die Organe arbeiten, ohne dass der Kopf sich dessen bewusst ist. Auf den Verkehrsadern fahren Schiffe, Güterzüge und große Lastwagen; Bagger und Kräne beladen und entladen sie. Wenn man durch die Straßen geht, trifft man keine Menschen. Wenn man die Kräne beobachtet, sieht man auch keine Menschen. Alle Organe arbeiten vollautomatisch!


Containerverladung im Osthafen

Wenn man aber gut hinschaut, kann man das Herz des Ganzen entdecken. Es ist eine kleine Kneipe, „Zur Insel“ heißt sie.  Sie ist Anlaufstelle für Lastwagenfahrer und Kranführer, die hier wie zu Hause sind, die hier von der Vollautomatik mal umschalten dürfen auf Familie. Die Wirtin ist die Mutter der Familie. Wie gut, dass es so ein Lokal und so eine Wirtin gibt!


Das Herz des Osthafens

In dem Gastraum fühle ich mich in meine Jugend zurückversetzt, als Menschen und Lebensbedingungen noch etwas bescheidener waren und als Kommunikation noch live passierte.

Ich bin sehr für live Veranstaltungen. Musik in youtube ist gut, aber live Musik ist unendlich viel besser. Dasselbe gilt für alle anderen kulturellen Bereiche. Meine Texte hatte ich schon mal selbst in kleinen Broschüren gedruckt und auch einige verkauft, aber ich strebe keine offizielle Veröffentlichung an, weil mir die Begegnung mit den Menschen wichtiger ist. So erlebe ich, wie die Texte aufgenommen werden und das Publikum erlebt, wie sie gemeint sind. Und da meine Texte vorwiegend heiter sind, haben wir Spaß dabei. Ich freue mich auf den Abend im Herzen des Osthafens.

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