Mariesche

Es ist bald Muttertag! In so einer Stadt wie Frankfurt gibt es sicher viele Mütter, die es nicht leicht haben, eine davon mitten in der Stadt, an der Hauptwache…


Frankfurt am Main, Madonna an der Außenmauer der Katharinenkirche

Mariesche, ach, du dust mer leid,
du bist ja ganz beschisse,
doch ebbes musste wisse:
Du bist des Bild der heut‘sche Zeit.

Was sin die Taube fer e Zores,
die hawwe disch so zugerischt,
un wer von Friedenstaube sprischt,
der babbelt werklisch Goggelores.

Verdreckt is aach dei Bobbelsche,
des sonst doch so e Wonne.
Isch such jetzt gleisch e Putzkolonne
für disch un für dei Zwockelsche.

Isch lass mich des paar Euro koste,
es is ja für en gute Zweck.
E leedisch Mutter is trotz Dreck
net uff verlornem Poste!

Musenkuss

Anmerkung (1):
In der ersten Strophe gibt es einen mundartsprachlichen Fehler: Es müsste eigentlich „verschissen“ heißen, nicht „beschissen“, von den Tauben verschissen. Den kleinen Gedankensprung zu den beschissenen Zeiten mute ich flexiblen Frankfurtern einfach mal zu. 😉

Anmerkung (2):
Mit der kleinen Madonna hat wirklich jemand Mitleid gehabt. Sie ist inzwischen durch ein kleines Dach vor Taubendreck geschützt!

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