Schiller in Frankfurt

„Schiller in Frankfurt“ ist für Frankfurt kein rühmliches Thema. Nicht, weil er hier so respektlos eingekeilt ist, sondern weil er zu seinen Lebzeiten in Frankfurt keine Unterstützung fand.

Auf seiner Flucht aus Württemberg hatte Schiller mit seinem Freund Streicher vor Erschöpfung zunächst im Stadtwald eine Rast einlegen müssen. Daran erinnert heute noch die „Schillerruhe“. Danach quartierten die beiden sich im Gasthaus „Storch“ ein, in der Brückenstraße in Sachsenhausen. Schiller war allerdings völlig mittellos und konnte das Gasthaus nicht bezahlen. In Frankfurter Buchhandlungen erkundigte er sich nach dem Erfolg seiner „Räuber“ und erfuhr, dass das Stück ein ganz besonderer Erfolg und bereits überall vergriffen war. Er gab sich zu erkennen und bot ein Gedicht zum Kauf an. Man wollte ihm aber statt der geforderten 25 Gulden nur 18 geben, wo­raufhin er das Gedicht behielt. Es ist seitdem verschollen. Er musste im Gasthaus ausharren, bis ein anderer Freund ihm Geld schickte.

Verständlich, dass Schiller Frankfurt nicht liebte, aber die Frankfurter verehrten ihn sehr. Zu seinem hundertsten Geburtstag (1859) wurde eine Schillereiche gepflanzt, ein Schillertaler geprägt und Friedrich Stoltze gab eine Extra-Nummer seiner Krebbel-Zeitung heraus. Zum Fest kamen 40.000 Gäste nach Frankfurt. Auf dem Römerberg wurde das Gipsmodell für das Schillerdenkmal von Johannes Christian Dielmann enthüllt. Das fertige Denkmal wurde dann fünf Jahre später auf dem Schiller­platz errichtet. 1955 wurde es in die Taunusanlage versetzt (s. Foto oben).

Einen ganz besonderen Anblick bot das Denkmal 1946:
Schiller stand aufrecht inmitten der Trümmer!

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