Frankfurts offenes Geschichtsbuch

Frankfurt besitzt mit dem Archäologischen Garten ein wunderbares Kulturdenkmal. Laut Stadtplanung soll es überbaut werden und  im Keller eines riesigen Gebäudekomplexes verschwinden. Dieser Gebäudekomplex wird bescheiden „Stadthaus“ genannt, so dass nicht ersichtlich ist, dass es sich um sieben Häuser handelt. Ich engagiere mich als Mitglied der Bürgerinitiative SOS-Dompanorama für den Erhalt des Archäologischen Gartens in seiner jetzigen Form. In einer offiziellen Broschüre zum Frankfurter Museumsuferfest, in der über 90 kulturelle Einrichtungen aufgelistet sind, wird der Archäologische Garten nicht erwähnt. Deshalb hatte die Bürgerinitiative die Idee, diese Lücke zu schließen. Während ich an der Erstellung von Informationstafeln arbeitete, wurde aber offenbar schon mit der Demontage der historischen Mauern begonnen. Mit Entsetzen habe ich gestern (24.8.12), als wir die Installation aufbauten, die neue Ausdehnung der  Baustelle gesehen.

Im Archäologischen Garten gab es ursprünglich die Reste zweier römischer Bäder. Auf dem Modell, das vom Archäologischen Museum hier aufgestellt ist, sind beide noch zu sehen, erkennbar an den typischen Stützen für die Fußbodenheizung.

Links im Bild das Bad, das jetzt in der Baustelle verschwunden ist.

Der Archäologische Garten, Frankfurts offenes Geschichtsbuch, bietet einen Überblick über fast 2000 Jahre Geschichte der Stadt Frankfurt. Für Touristen ist er eine Attraktion. Frankfurter schätzen ihn als Oase der Ruhe mitten im Trubel der Stadt. Er war bisher auch ein Ort von kulturellen Veranstaltungen. So gab es z.B. Aufführungen des „Jedermann“. Wenn es an vielen anderen Orten möglich ist, Reste aus der Römerzeit, wie z.B. Reste des Limes, ohne Überbauung duch andere geeignete Maßnahmen zu schützen, warum nicht auch hier?

Der gesamte vordere Bereich, die Hälfte des Fotos, ist jetzt Baustelle.

 

Auf der Seite www.SOS-Dompanorama.de gibt es die Möglichkeit, eine

Online-Petition

zu unterschreiben, für den Erhalt des Archäologischen Gartens in seiner jetzigen Form und damit auch den Erhalt des freien Blicks auf den Frankfurter Kaiserdom.

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