Goldrausch

Vor 10 Jahren waren auf dem Opernplatz in Frankfurt noch Goldbarren gestapelt! Allerdings stand daneben auch noch ein ganz bescheidenes kleines Hochhaus.
Inzwischen kann man aus der 42. Etage auf das Bankenviertel hinunterblicken
und die Wirtschaftskrise glatt übersehen.

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Elvenhain

Die Elven waren gestern nicht im Hain sondern im Keller, im Musikkeller Summa Summarum in Frankfurt Sachsenhausen. Sie hätten im Hain nicht schöner klingen können. Musik aus fünf Jahrhunderten und aus unterschiedlichen Weltgegenden, aber alles so intensiv gespielt und durch die besondere Akustik so intensiv klingend, dass nichts alt oder entfernt schien sondern alles hochaktuell und hautnah. Danke für diesen Kunstgenuss!

Nächsten Donnerstag sind die beiden in der Kirche am Campus in Frankfurt Bockenheim zu erleben. Informationen unter www.elvenhain.de.

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Empfindlich

Ist mir doch neulich ein Ei begegnet, mit ‘nem Schild um den Hals:
Achtung, bin roh. Es gefiel mir so. Ich nahm ganz viel Watte
und baut’ ihm ein Nest. Es gefiel ihm nicht. Es wollt’ weiterziehn.
Ich hielt es nicht fest. Es sagte nicht Tschüss, nicht Aufwiedersehn.
Ich sah’s ganz beleidigt die Straße lang gehn.
Auf einmal fiiel’s hin. Ei-klar: Ein Künstler war drin.

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Haute Cuisine

Ein einziges Mal in meinem Leben habe ich Froschschenkel gegessen. Warum eigentlich? Weil das Restaurant ein elsässisches war. Weil ich meinte, in einem elsässischen Restaurant eine elsässische Spezialität probieren zu müssen. Ich erinnere mich noch genau an Geschmack und Konsistenz der elsässischen Schenkelchen. Und genau an Geschmack und Konsistenz meines schlechten Gewissens. Ein einziges Mal in meinem Leben war ich in einem elsässischen Restaurant.

Moi et ma grenouille, nous aimons la ratatouille.
Moi et ma grenouille, nous attendons qu’enfin ça bouille.
Ça sent si bon, ça sent si piquant,
ma grenouille voudrait sauter dedans.

J’aime ma grenouille, mais pas dans la ratatouille.
Attends, ma petite, elle sera bientôt cuite,
et elle sera une vraie réussite.

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Ansichtssache

Eine Ausstellung kann Sicht verändern. So geschehen bei der neuen Ausstellung des Frankfurter Kunstvereins “Arte Essenziale “. Beim Betreten des Cafés des Kunstvereins im  Steinernen Haus blickte ich aus dem spartanisch modernen Hauptraum mit Genuss hinüber zu dem gotischen Kreuzrippengewölbe des anschließenden kleineren historischen Raums. Dann sah ich mir die Ausstellung an, die eine sehr sparsame Formensprache spricht, wie der Titel ankündigt, aufs Wesentliche reduziert. Um noch ein Glas Wein zu trinken, ging ich wieder ins Café. Ich sah hinüber zur Gotik und fand spontan: “Oh, wie schrecklich!” Ich habe mich vor der Gotik ein wenig geschämt, aber ich bin sicher: Nächstes Mal wird sie mir wieder gefallen.

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1. November

Eine rostige Rose auf meinem Grab singt eine rostige Weise,
rauh wie der Reif, klirrend wie Frost, wie der Frost in meiner Seele.
Sing weiter, Rose, zersinge den Frost, bedecke den Rauhreif mit rosigem Rost.

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Zeitumstellung

Irgendwer schenkt mir heute eine Stunde. Ich weiß nicht, wer. Ist sie in Geschenkpapier verpackt? Ist es eine kleine Stunde, oder eine XXL? Wie finde ich sie? Wo fängt sie an, wo hört sie auf? Hört sie überhaupt auf? Vielleicht ist sie eine ewige Stunde, eine, die auf repeat gestellt ist? Wer weiß, ob die Stunde, die in drei Stunden schlagen wird, nicht vielleicht genau diese geschenkte Stunde ist? Ich kann sie nicht sehen. Was soll ich mit einem Geschenk, das ich nicht sehen kann? Zurückgeben? Aber wem? Ich will dieses Geschenk gar nicht. Ich werde es ignorieren und verschlafen.

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Montmartre am Main

Am 23.10. war letzter open air Termin für dieses Jahr von “Montmartre am Main”. Am Mainufer unterhalb des Schlossplatzes von Frankfurt am Main Höchst traf sich eine lose internationale Künstlergruppe wieder einmal zum Malen und Ausstellen. Bei strahlendem Sonnenschein hatten Künstler und Publikum viel Freude an diesem Kunstereignis besonderer Art. Im Winter finden die Treffen im Café Wunderbar in Höchst statt. Informationen unter http://www.montmartre-am-main.net/index.html

On October 23 there was this year’s last open air meeting  of “Montmartre am Main”. Between the river Main and the castle of Frankfurt am Main Höchst an international group of artists again came together to paint and to show their works. Weather was splendid, so artists and public very much enjoyed this special event. In winter the meetings will take place in the Café Wunderbar in Höchst.
Information under  http://www.montmartre-am-main.net/index.html

Foto: Karin Tart

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Es war einmal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war einmal ein Sommermärchen. Kann man sich für Märchen qualifizieren?

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Wenn die Kastanien fallen

Wenn die Kastanien fallen, die Kraniche ziehn,
die Schläfen platzen, die Gedanken fliehn,
ruf ich den Nebel, dass er mich trägt.

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zweiter Frühling

Diese Kastanie im Frankfurter Westend  blüht jedes Jahr im Herbst ein zweites Mal.

This chestnut tree in Frankfurt’s banking area has its indian summer every year in October.

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Nach der Schule

… schmeißt Prinzesschen alle Lasten von sich, auch die süßen.

After school little princess is abandoning any burden, even her pretty princess’ shoes.

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Blind!

Sind wir’s nicht alle? Blind! Die einen für Schönheit, die andern für Müll, die für Gewalt, die für Gefühl. Der sieht nicht den Abgrund, der nicht die Tür. Offnen Auges stolpern wir, denn alle sind wir’s: Blind! Ich auch? Bestimmt! Doch ich seh’ nicht, wofür!

Some people are blind for beauty, others for garbage. Aren’t we all blind? Am I blind too? Probably I am. But I cannot see for what!

Und während ich so sinnierte und statt ins Grün auf den Boden starrte, sah ich im Dreck auf einmal eine kleine Münze! Es waren 10 Eurocent aus Frankreich. Vielleicht kann ich doch noch sehen lernen?

While thinking this over and staring onto the ground I suddenly see a little coin! Perhaps there is still a chance that I learn to see?

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Altweibersommer

Weil der Sommer keiner war, freut mich altes Weib doppelt die Septembersonne, genieß’ ich Kaffee, Zwetschgenkuchen, scheuch’ die schwarz-gelbe Gefahr ganz ohne Fluchen, fühl’ den Herbst zeitlos strahlen und bitte ihn: “Ach bleib! Du machst, dass alten Tanten neuer Mut erstarkt. Ich bin auch brav, geh’ in den Garten und bestimmt nicht in den Supermarkt. Da warten Dominos und Spekulanten. Soll’n sie warten!

This year we had  no summer. Therefore I now enjoy this marvellous indian summer while drinking my coffee in a sidewalk café. I even have patience with the wasps trying to occupy my fruit cake. Please, indian summer, stay for a while! I promise to enjoy you in the garden and not to go to the supermarket where Santa Claus is already waiting. He may wait!

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Arbeitsteilung

Als die Quappen Frösche wurden, teilten sie sich ein. Die einen wollten Männer, die andern Frauen sein. Es ging um der Sippe Geschick. Einer ganz alleine stand: “Kümmert Ihr Euch um den Fortbestand, ich mach die Politik!”

When tadpoles turned into frogs they formed two groups, the females and the males. One of them stood aside:  “You may take care of the offspring, I will take care of politics!”

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