Steinzeit

Unser Blut fließt einfach zu schnell! Deswegen leben wir zu schnell und sterben zu früh. Sieh dir den Stein an!  In seinen Adern fließt das Blut uuun – end – lich laaang – sam.
Er lebt ewig.

Das sei kein Leben,  meinst du?  Wie kannst du das wissen?  Es ist nicht anstrengend,  nicht hektisch,  nicht nervenaufreibend.  Ge­danken können in Ruhe reifen.  Zeiten der Kälte werden cool ertra­gen.  Wärme wird gespeichert und an die Umgebung abgegeben.
Sollten wird das nicht auch tun?

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Halbherzig

Da wollte wohl jemand ein Pflänzchen retten. Der Jemand konnte sich aber nicht entschließen, sich des Pflänzchens ganz anzunehmen. Und ich habe es auch nicht mitgenommen. Es wird erfrieren.

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Januarsonne

Januarsonne verklärt selbst die ewige Baustelle Frankfurt.

 

 

 

 

 

 

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Ein MUSENKUSS für Frankfurt

Kleine Nixe vom Frankfurter Rathaus, Fotobearbeitung: Ulla Leis

Wie angekündigt, war am Samstag, 14. Januar 2012 die Eröffnung meiner Ausstellung “Ein MUSENKUSS für Frankfurt” in den Räumen der Dekor Service GmbH im Frankfurter Nordend. Die Eröffnung war eine Veranstaltung in Verbindung mit der Messe “Heimtextil” und der Event-Reihe “Heimtextil goes City”. Heimtextilien mit Bildern zu kombinieren ist ja durchaus sinnvoll und die Räume der Dekor Service GmbH sind groß und hell, dazu noch super ausgeleuchtet, ideal für eine Ausstellung.

Ich habe mich sehr gefreut, dass bei der Eröffnung nicht nur die Fotobearbeitungen meiner Heimatstadt Frankfurt gut aufgenommen wurden, sondern auch meine sonstigen Musenküsse, nämlich Texte und Chansons über Frankfurt, teils Hochdeutsch, teils Frankfurterisch. Die Veranstaltung anlässlich der Eröffnung war eine einmalige Sache, die Ausstellung jedoch geht noch weiter (Info siehe unten).

Foto: Karin Nickel

Foto: Karin Nickel

Dauer der Ausstellung: 14. Januar bis 29. Februar (Ausgenommen ist die Woche vom 30. Januar bis 5. Februar.)
Ort: Frankfurt am Main, Bornheimer Landstraße 48, Dekor Service Raumausstattung GmbH
Öffnungszeiten: Montag – Freitag 16 – 19 Uhr, Samstag 10 – 14 Uhr

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Traumurlaub?

 

All inclusive

Kleine weiße Tierchen.
Auf dem Laken sieht man sie nicht.
Aber auf brauner Haut!
Da krabbeln sie. Und es kribbelt.
Und ich werd sie nicht los.

Ich habe ihnen schon Kuchen hingestellt. Im Nu haben sie den in einen lebenden Berg verwandelt. Aber auf mir wimmelt es immer noch. Dabei möchte ich nichts lieber als schlafen, endlich schlafen.

Schlafen, weil ich todmüde bin, und schlafen, um die verkohlten Palmen zu vergessen, das verkohlte Hotel, die verdreckten Tische mit dem Frühstück darauf, das den Wespen gehört und an das sie keinen ranlassen. Lediglich den grauen Bohneneintopf wollen sie nicht. Aber den will ich auch nicht. Es ist der erste Urlaub, in dem ich abnehme. Nicht nur, weil mich ekelt vor dem grauen Fraß und weil mich ekelt vor den stinkenden Lappen, mit denen die Tische gewischt werden. Ich bin auch rund um die Uhr in Schweiß gebadet. Afrikanische Sonne. Urlaub in Kenia!

Das Hotel ist abgebrannt. Aber das macht nichts. Es wird weiterbetrieben. Ein paar Plastiktische, Plastikstühle, grauer Eintopf und 1000 All-inclusive-Gäste unter Schock. Sie sitzen in der Falle. Das nächste Hotel, das übernächste – genauso abge­brannt wie dieses, angezündet von wütenden Einheimischen, denen man die Benutzung der Straße verboten hat, die Benutzung des Strands sowieso.

Irgendwo ein intaktes Hotel: Ausgebucht. Alle Flüge: Ausgebucht. Keine Palme, kein Strohdach, kein Schatten, nur Glut. Glut und Dreck und Schweiß und kleine weiße Tierchen. Und die Affen! Scharen von Affen. Sie sind so grau und so hässlich wie der Eintopf und klauen alles, was kein Eintopf ist. Sie sind seltsam nackt. Zu ihrer grauen Haut haben sie blaue Eier. Von oben, von den verkohlten Dachbalken, springen sie mitten auf den Tisch. Obst wäre ja mal eine nette Erfrischung, doch ehe man zum Obst greifen kann, haben die Affen es sich schon gekrallt.

All inclusive.

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Nicht schwindelfrei

Es war einmal ein König, der wollte ein ganz besonderer König sein. Er ließ sich auf dem großen Platz vor seinem Palast einen ganz besonders hohen Thron errichten, damit seine Untertanen ihn bewundern und er sein Land weit überschauen konnte. Als der Thron fertig war, musste eine Leiter angelegt werden, damit er ihn besteigen konnte. Da saß er nun ganz hoch oben und seine Untertanen mussten den Kopf in den Nacken legen, um ihn zu sehen.

Der König merkte, dass er nicht ganz schwindelfrei war, aber das konnte er ja nicht zugeben. Er hielt sich tapfer und überstand den ersten Tag auf seinem Thron einigermaßen glimpflich.  Es hatte ihn sehr angestrengt, sich dort oben aufrecht zu halten, nicht zu schwanken und nicht zu fallen. Nachts konnte er nicht schlafen, weil er auf Abhilfe sann. Am nächsten Tag ließ er den Thron mit Pattex bestreichen, stieg die Leiter hinauf und setzte sich. Nun fühlte er sich schon wohler. Er saß fest und sicher, so sicher, dass er abends gar nicht absteigen wollte. Vielleicht konnte er auch nicht. Er schlief ein und schlief so fest wie er saß.

Gegen Morgen kam ein Sturm auf. Der König wachte auf. Er hatte keine Angst. Er saß ja ganz fest und sicher. Der Sturm wurde stark und stärker. Der König wankte nicht. Aber der Thron, der so ganz besonders hoch war, der fing an zu schwanken. Donnerschläge und Blitzlichter sorgten für eine imposante Kulisse. Eh der König begriffen hatte, in welcher Gefahr er sich befand, passierte es schon: Eine kräftige Bö schmiss den ganz besonders hohen Thron samt dem ganz besonderen König einfach um.

Da lag er nun im Dreck, festgeklebt an seinem Thron. Als das Gewitter vorbei war, kamen ein paar Untertanen vorbei. Sie legten den Kopf in den Nacken und suchten ihren König. Aber sie sahen ihn nicht.

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Einladung

Einladung zur Ausstellung

In Verbindung mit der Messe Heimtextil und dem Event “Heimtextil goes City” lädt die Firma Dekor Service Raumausstattung GmbH im Frankfurter Nordend zur Ausstellung

Ein MUSENKUSS für Frankfurt

ein. Ulla Leis zeigt digital bearbeitete Fotos von Frankfurt. Bei der Vernissage wird sie auch einige ihrer gesammelten Musenküsse vortragen -  hier sind es Texte und Chansons zum Thema Frankfurt.

Vernissage am Samstag, 14. Januar 2012, 16 Uhr
Bornheimer Landstraße 48

Dauer der Ausstellung bis Ende Februar, ausgenommen vom 30. Januar bis 5. Februar.
Öffnungszeiten: Montag – Freitag 16 – 19 Uhr, Samstag 10 – 14 Uhr

[Anmerkung zum Foto: Diese Muse ist eine Meduse. Ich finde sie trotzdem inspirierend. Ulla]
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Feuerwerk

Das “Mädchen mit Licht” des Bildhauers Benno Elkan, das in Frankfurt am Main in der Untermainanlage steht, könnte uns daran erinnern, dass wir, die wir das neue Jahr wieder mit viel Feuerwerk angefangen haben, behutsam mit dem Feuer (und anderen Ressourcen) umgehen sollten, Hüter sein sollten, nicht Ausbeuter.

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Kreislauf

Ein Stern ein Stall Ochs und Esel ein Menschenpaar ein Kind ein Gotteskind ein Hoffnungsträger Kern eines Universums Alltag Alltag in aller Welt umgeben von Liebe und Verehrung von Freunden und Verrätern Geborgenheit des Stalls Geborgenheit des Grabes Auferstehung Weite des Universums Sonnen Monde ein Stern ein Stall ein Kind eine Hoffnung

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Brücken

Brücken zu bauen ist gut und wichtig, vorhandene Brücken zu nutzen ebenso.
Es soll auch schon gelungen sein, zerstörte Brücken wiederherzustellen.

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Zeitfenster

Bitte nicht hinauslehnen!

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Goldrausch

Vor 10 Jahren waren auf dem Opernplatz in Frankfurt noch Goldbarren gestapelt! Allerdings stand daneben auch noch ein ganz bescheidenes kleines Hochhaus.
Inzwischen kann man aus der 42. Etage auf das Bankenviertel hinunterblicken
und die Wirtschaftskrise glatt übersehen.

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Elvenhain

Die Elven waren gestern nicht im Hain sondern im Keller, im Musikkeller Summa Summarum in Frankfurt Sachsenhausen. Sie hätten im Hain nicht schöner klingen können. Musik aus fünf Jahrhunderten und aus unterschiedlichen Weltgegenden, aber alles so intensiv gespielt und durch die besondere Akustik so intensiv klingend, dass nichts alt oder entfernt schien sondern alles hochaktuell und hautnah. Danke für diesen Kunstgenuss!

Nächsten Donnerstag sind die beiden in der Kirche am Campus in Frankfurt Bockenheim zu erleben. Informationen unter www.elvenhain.de.

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Empfindlich

Ist mir doch neulich ein Ei begegnet, mit ‘nem Schild um den Hals:
Achtung, bin roh. Es gefiel mir so. Ich nahm ganz viel Watte
und baut’ ihm ein Nest. Es gefiel ihm nicht. Es wollt’ weiterziehn.
Ich hielt es nicht fest. Es sagte nicht Tschüss, nicht Aufwiedersehn.
Ich sah’s ganz beleidigt die Straße lang gehn.
Auf einmal fiiel’s hin. Ei-klar: Ein Künstler war drin.

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Haute Cuisine

Ein einziges Mal in meinem Leben habe ich Froschschenkel gegessen. Warum eigentlich? Weil das Restaurant ein elsässisches war. Weil ich meinte, in einem elsässischen Restaurant eine elsässische Spezialität probieren zu müssen. Ich erinnere mich noch genau an Geschmack und Konsistenz der elsässischen Schenkelchen. Und genau an Geschmack und Konsistenz meines schlechten Gewissens. Ein einziges Mal in meinem Leben war ich in einem elsässischen Restaurant.

Moi et ma grenouille, nous aimons la ratatouille.
Moi et ma grenouille, nous attendons qu’enfin ça bouille.
Ça sent si bon, ça sent si piquant,
ma grenouille voudrait sauter dedans.

J’aime ma grenouille, mais pas dans la ratatouille.
Attends, ma petite, elle sera bientôt cuite,
et elle sera une vraie réussite.

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