Bildungsnotstand

Vor kurzem fiel mir eine Schule in Frankfurt-Sachsenhausen auf. Als erstes überraschte mich der Hinweis am Tor zum Schulhof, dass der Schulhof außerhalb der Schulzeit als Spielplatz zur Verfügung steht. Nun schaute ich näher hin und sah mehrere Kunstobjekte, offenbar Schülerarbeiten, am Gebäude und im Schulhof.

„Das muss eine besondere Schule sein“, dachte ich mir, suchte und fand im Internet eine Schul-Website und fand meinen Verdacht bestätigt: Eine Hauptschule mit Praxis- und Integrationsschwer- punkt mit einem beeindruckenden Schulprogramm, erstellt 2010 von der Schulgemeinschaft (von Eltern, Schülern, Lehrern und außerschulischen Institutionen). Besonders fielen mir einige Wahl- pflichtkurse auf, wie „Auto auf dem Schulhof “ (Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung), Metallarbeiten, „Coolkeeper“ (Streit- schlichter) und Schach.

In Integrationsklassen geht es vor allem um Deutschkenntnisse, zum Teil aber auch um Alphabetisierung. Nach zwei Jahren soll Migrationskindern der Besuch der Regelklassen möglich sein. Im praxisorientierten Unterricht arbeitet die Schule mit verschiedenen Institutionen und Betrieben zusammen und jeder Schüler lernt „mindestens 4 verschiedene Berufe praxisnah kennen“. Viele prominente Institutionen werden als Partner der Schule genannt.

Mein Gesamteindruck: Eine besondere Schule, auf die Schüler und Eltern stolz sein können, und die Lehrer natürlich auch.

Nun wollte ich sehen, was im Internet ansonsten noch über die Schule zu finden ist. Ich war gespannt, ob es Bilder von den Kunst-objekten gibt, die ich fotografiert hatte. Ich habe keine gefunden. Aber ich fand einen noch recht aktuellen Artikel der Frankfurter Neuen Presse über die Schule, und der versetzte mir einen Schock:

Der Werkraum der Schule ist seit vier Jahren geschlossen! Geld für Renovierung wird nicht genehmigt, weil es zu wenige Neuanmel-dungen für die Schule gibt. Unberücksichtigt bleibt, dass es bei besseren Bedingungen eventuell mehr Anmeldungen geben würde. Man wartet förmlich auf die Schließung der Schule. „Am ausge- streckten Arm verhungern lassen“ würde ich das nennen. So war das Wandbild am Schulgebäude bestimmt nicht gemeint!

 

Hier der Link zum Artikel:
http://www.fnp.de/rhein-main/frankfurt/Geld-fehlt-Werkraum-bleibt-dicht;art675,177613

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